Beratungshilfen für Unternehmen in der Krise in Nordrhein-Westfalen

Nach der Broschüre „Unternehmen und Arbeitsstätten“ des Statistischen Bundesamtes vom 10.06.2009 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzverfahren im März 2009 um 24,1% auf 2.874 (Vorjahreswert März 2008: 2.315) und die der Verbraucherinsolvenzverfahren um 15,3% auf 8.755 (Vorjahreswert März 2008: 7.592). Bei einer Zunahme der Verfahren ist ein umfassendes, unbürokratisches Beratungsangebot unerlässlich.

Die betroffenen Verbraucher wenden sich mit ihren Anliegen regelmäßig an Schuldnerberatungsstellen, die ihre Leistungen überwiegend kostenlos anbieten. Wegen des hohen Zulaufs sind hier weiterhin mehrmonatige Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Unternehmer dürfen von Beratern der Schuldnerberatungsstellen nicht beraten werden.

Nach meiner Einschätzung reichen die derzeitigen Angebote nicht, um den Beratungsbedarf bei den Unternehmern (aber auch den Verbrauchern) decken zu können.

Eine kostenlose Kurz- oder Eingangsberatung von Unternehmern halte ich für sinnvoll.

In Nordrhein-Westfalen gibt es zwei zentrale Anlaufstellen, die Unternehmern weiter helfen. Das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen hat auf der Seite „Auf die Krise vorbereitet“ verschiedene Informationen zusammen getragen. Hiernach ist vorwiegend die NRW-Bank und bei einer sog. Turn Around Beratung und dem Sonderfonds Runder Tisch die KfW Mittelstandsbank für die Krisenberatung von Unternehmen zuständig. In der Broschüre „Finanzierungshilfen für Unternehmen“ (PDF, Stand Juni 2009) finden sich allgemeine Informationen zu Bürgschafts-, Kredit- und Zuschussprogrammen als auch zu Beratungshilfen.

Die Beratungshilfen unterscheiden zwischen der Umstrukturierungs-, der Sanierungsberatung, der Turn Around Beratung und dem Beratungsangebot Runder Tisch. Weitere Informationen können der obigen Broschüre „Finanzierungshilfen für Unternehmen“ entnommen werden.

Zur betriebswirtschaftlichen Sanierungsberatung sind Unternehmensberater berechtigt. Förderfähig sind mehrere Tagewerke. Im Bereich der Unternehmenssanierung tätige Rechtsanwälte/Steuerberater können oftmals innerhalb von wenigen Stunden einen groben Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens gewinnen und eine Einschätzung abgeben. Rechtsanwälte sind zudem zur unbeschränkten Rechtsberatung berechtigt.

Die Erstellung eines Insolvenzplans, welcher jedoch nicht immer sinnvoll ist, setzt nicht nur die Analyse der betriebswirtschaftlichen Gegebenheiten eines Unternehmens voraus, sondern Rechtskenntnisse im Bereich des Insolvenz-, Gesellschafts-, Arbeitsrechts etc. Die Erstellung von Insolvenzplänen durch Unternehmensberater verstößt möglicherweise gegen § 5 des Rechtsdienstleistungsgesetzes.

Über die Auswahl der von der NRW-Bank und der KfW Mittelstandsbank eingesetzten Berater werde ich weiter ausführen, wenn die angeforderten Infos mir vorliegen…